An(ge)dacht

Andacht_20200206

Sorgen entsorgen

06.02.2020

Samstags fahre ich oft los, um das Altpapier zu entsorgen. Ab in den großen Container und gut ist.

Meine Sorgen würde ich auch gerne so entsorgen, aber leider ist das nicht so leicht. Im Gegensatz zu Altpapier kleben Sie mir an der Seele und liegen mir schwer auf dem Herzen.

Wenn überhaupt ist Gott der Container, bei dem ich meine Sorgen entsorgen kann, denn es heißt in der Bibel: Alle eure Sorgen werft auf ihn (Gott), denn er sorgt für euch!

Leicht ist das nicht! Denn Sorgen sind oft zäh und widerstandsfähig. Selbst wenn man sie ausspricht und an Gott abgibt, schleichen sie sich doch oft durch die Hintertür wieder ins Leben und ins Herz hinein. Und doch – wenn ich weiß, dass Gott sich um mich sorgt, habe ich schon einmal eine Sorge weniger.

Andacht_20200102

Die guten Vorsätze

02.01.2020

Mit guten Vorsätzen für 2020 habe ich´s nicht so. Sie halten ja doch nicht so lange im neuen Jahr.

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Warum? Nun, ich bin und bleibe der alte, 2019 oder 2020. Ich verändere mich nicht wirklich und was ich 2019 nicht geschafft habe, werde ich 2020 nicht locker auf die Reihe kriegen. Ich bin und bleibe halt derselbe.

Aber was bei mir ein Problem ist Gott eine Zusage: Er ist und bleibt derselbe. Der Gott, der mir beistehen will, der mir helfen will, der mich liebt, der mich bewahrt und der mich hört, wenn ich zu ihm bete.

Auch der Gott von dem ich manchmal enttäuscht bin, den ich suche, an dem ich zweifle und den ich in Frage stelle.

Aber Gott ist immer der, auf den ich mich letztlich verlassen kann. Denn er ändert sich nicht. 2019 nicht und 2020 nicht.

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Andacht_20191204

Es gibt ihn in allen Varianten – den Adventskalender.

04.12.2019

Der einfache Kalender, nur mit Bildchen oder in der gehobener Version mit einem kleinen Schokoladenstückchen pro Tag ist out! Heute gibt es Adventskalender mit sehr speziellen Füllungen: da ist der Lego- oder Playmobilkalender (für die Kinder), der Bier-Adventskalender (eher nicht für Kinder), der Erotik- Adventskalender (ganz sicher nicht für Kinder).

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Es gibt eigentlich nichts, was nicht in einen Adventskalender gepackt wird. Wobei der eigentliche Sinn dieses Kalenders völlig aus den Augen gerät. Er sollte die Wartezeit auf Weihnachten verkürzen und genau zu diesem Fest hinführen. Aber mit Warten auf Weihnachten verbindet man die 24 Türchen kaum noch. Der Konsum steht ganz und gar im Vordergrund.

Und so ist es beim Adventskalender und in der Adventszeit genauso wie so oft im Lauf des Jahres: Manchmal tut es gut einfach auszusteigen und sich auf das Ursprüngliche zu besinnen. In der Adventszeit einfach mal wieder zur Ruhe kommen, an Weihnachten denken und an das, was Weihnachten eigentlich bedeutet. Das würde mehr Sinn machen, als zum Beispiel jeden Tag eine neue Flasche Bier aus dem Kalender zu ziehen.

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Andacht_20191107

Was ich von Jesus halte?

07.11.2019

Dass er mich hält! (Lothar Zenetti)

Mehr ist eigentlich gar nicht zu sagen. Wer das weiß und erlebt, der hat sein Leben im Griff, weil er selbst ergriffen ist. Und gehalten. Mehr braucht´s eigentlich nicht.

Andacht_20190914

Ich habe mir ein E-Bike gekauft.

14.09.2019

Nun unterstützt mich ein Elektromotor, wenn ich strample. Anders als bei einem Mofa oder Motorroller muss ich aber wirklich in die Pedale treten damit der Motor anspringt. Wenn ich nichts tue, tut der Motor auch nichts. Einfach nur gefahren werden geht nicht.

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Bei meinem Leben mit Gott ist es, finde ich, ähnlich. Gott möchte durchaus, dass ich mich einsetze, für ihn engagiere und in meinem Glauben lebendig bin. Die Bibel nennt das „nachfolgen“. Aber wenn ich das tue, lässt Gott mich nicht alleine, sondern unterstützt mich. Er hilft mir und gibt mir Kraft.

Nur die Hände in den Schoß legen und sagen: „Lieber Gott, ich bin zu faul, mach du mal alles für mich“- das geht auch im Glauben nicht. Nachfolgen bedeutet, selbst aktiv zu sein, um Gottes Unterstützung zu erfahren.

Natürlich, Gott ist nicht nur eine Unterstützung. Manchmal ist er auch eine Bremse, wenn ich den falschen Weg gewählt habe, oder aber er ist ein Motor der mich weiter bringt, wenn ich selber einfach keine Kraft mehr habe. Aber eigentlich will er aktive Menschen. Aktive Menschen im Glauben, die mit seiner Unterstützung ihren Weg durchs Leben gehen.

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Andacht_20190805

Manchmal ist es nicht leicht, sich aufzuraffen…

Der innere Schweinehund

05.08.2019

Manchmal versuche ich meinen inneren Schweinehund zu überwinden. Aber meistens gehe ich nur mit ihm Gassi.

Kennen Sie das: Man weiß, man sollte aufstehen, losgehen und endlich etwas anpacken. Aber sitzen zu bleiben und nichts zu tun ist einfach viel bequemer. Es kommt zwar nichts in Bewegung und es ändert sich auch nichts zum Guten, aber man muss eben auch nicht aktiv werden. Obwohl man genau weiß, dass es nötig wäre etwas zu tun und etwas zu verändern.

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Manch einer geht in den Gottesdienst und sagt nachher: Immer wenn ich hier bin, tut mir das richtig gut. Und warum kommt der – oder diejenige dann nicht viel öfters, wenn es doch gut tut? Vielleicht weil man sich erst aufraffen muss, losgehen muss, eben den inneren Schweinhund überwinden muss.

Selbst beim Beten geht es mir manchmal so. Ich weiß, dass beten mich entlastet, mir hilft und oft Situationen verändert, weil Gott eingreift. Und doch schweige ich oft und versuche selbst alles auf die Reihe zu kriegen. Manchmal kostet beten eben auch Überwindung.

Aber beim Gottesdienst, beim Beten und überhaupt – jeder hat wohl schon die Erfahrung gemacht: Wenn ich den inneren Schweinehund erst einmal überwunden haben, dann passiert (meistens) etwas richtig Gutes.

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Andacht_20190712

Ich hab‘s heute im Kreuz…

12.07.2019

… – das ist aber auch das einzig christliche an diesem Tag heute.

Als ich diesen Satz gelesen habe, habe ich schmunzeln müssen. Denn so geht es mir auch manchmal. Es gibt Tage da denke ich nicht viel, fast gar nicht an Gott. So wenig, dass „Kreuz“schmerzen schon als religiöser Inhalt herhalten müssen. Aber das lässt mich eigentlich nicht schmunzeln, sondern eher erschrecken. Schmunzeln lässt mich, dass ich das so sagen darf, ohne Angst haben zu müssen, dass ich von Gott irgendwie bestraft würde dafür.

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Ich bin Gott manchmal ganz nahe, aber eben auch ganz fern – und dankbar dafür, dass Gott beides akzeptiert. Ich muss kein „geistlicher Vorturner“ sein, um bei Gott angenommen zu werden. Ich darf so sein und so bleiben wie ich bin.

D.h. nicht, dass ich Gott vergessen darf. Denn eine Beziehung lebt aus der Begegnung und aus der Lebendigkeit. Auch die Beziehung zu Gott. Lebendigkeit bedeutet aber auch, dass eine Entfremdung oder Sprachlosigkeit vorkommen kann, ohne dass diese Beziehung gleich zerbricht. Das ist das Gute daran: Gott hält an mir fest, auch wenn ich nicht unbedingt an ihm festhalte. Das ist für mich kein Grund loszulassen, aber ein Grund für meine Zuversicht, dass ich nie tiefer falle, als in Gottes Hand.

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Sprachen

Pfingstwunder

09.06.2019

Bein Pfingstwunder in Jerusalem sprachen die Jünger plötzlich in verschiedenen Sprachen, die sie vorher noch gar nicht beherrscht hatten. Das war damals für viele Menschen nötig, um sie zu verstehen. Heute könnte man sich wahrscheinlich mit Englisch behelfen oder den Google-Übersetzer bemühen. Naja….

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Aber ich bin froh, davon zu hören. Zeigt es mir doch, dass Gott jede Sprache versteht. Es ist doch gut zu wissen, dass Gott mein Gebet versteht, auch wenn es auf Deutsch, alemannisch, schwyzerdütsch oder sonst einer exotischen Sprache gesprochen wird.

Ich bin auch froh, dass Gott die Sprachen meiner Tränen, meiner Seufzer, meines Stöhnens und sogar meiner Schreie versteht. Auch wenn mir alle Worte fehlen – Gott versteht die Sprache meines Herzens. Das zu wissen und zu glauben ist mein ganz persönliches Pfingsten.

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Andacht_20190502

Was wäre eigentlich wenn….

02.05.2019

Ich glaube an Ostern, an die Auferstehung Jesu von den Toten. Ich glaube an ein ewiges Leben nach dem Tod und ein Wiedersehen bei Gott.

Was aber wäre, wenn ich mich täusche? Wenn alle Skeptiker und Zweifler Recht haben und mit dem Tod alles aus ist? Hätte ich dann etwas verpasst?

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Eigentlich nicht! Ich würde zwar mit einer Illusion leben, aber die schenkt mir eine lebendige Hoffnung, eine Kraft gegen das Trauern und Widerstand gegen die Verzweiflung. Eigentlich macht mich mein Glaube reich.

Der Apostel Paulus dagegen sagt: Wenn wir auf die Auferstehung hoffen, diese Hoffnung aber unbegründet ist, sind wir die Ärmsten aller Menschen. Denn wir haben die größte Hoffnung. Und wenn sie falsch war, haben wir auch damit den größten Verlust.

Was bleibt mir also? Vielleicht der Gedanke, dass man die Sache mit der Auferstehung und dem Leben nach dem Tod nicht beweisen kann. Das Gegenteil allerdings auch nicht. Und so halte ich meine Hoffnung und meinen Glauben fest – und lebe voller Zuversicht und Zufriedenheit damit.

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Welches der drei Bilder hier hat eigentlich nichts mit Ostern zu tun und ist deshalb falsch?

04.04.2019

Richtig! Alle drei Bilder sind falsch! Mit der eigentlichen Bedeutung von Ostern hat nämlich weder der Osterhase, noch die Ostereier, noch der Weihnachtsmann zu tun. Denn die eigentliche Bedeutung von Ostern ist, dass wir uns daran erinnern, dass Jesus Christus von den Toten auferstanden ist. Er war gestorben, begraben und so tot, wie man nur tot sein kann. Aber Gott hat ihn wieder lebendig gemacht und er ist (für kurze Zeit) zurück auf die Erde gekommen. Das nennen Christen die „Auferstehung“.

Und weil wir hoffen dürfen, dass uns durch die Auferstehung Jesu eine Tür geöffnet worden ist und auch wir einmal lebendig sein werden und der Tod nicht das letzte Wort hat – deshalb feiern wir Ostern.

Ostern ist das Fest der Auferstehung Jesu. Nicht das Fest des Osterhasen oder der Ostereier. Ach ja, und auch nicht das des Weihnachtsmanns.

Andacht_20190117

VIP by God

17.01.2019

Da steht ein großer Popstar auf der Bühne und vor ihm Tausende von Fans. Der Popstar breitet die Arme aus und ruft seinen Fans zu: „Ich liebe euch alle!“

Was für ein hohler Spruch!

Das hat mit der Liebe nichts zu tun, denn der Star auf der Bühne kennt vielleicht keinen einzigen aus dem Publikum. Liebe? Eher nicht!

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Nun hört man in der Kirche: Gott kennt dich und Gott liebt dich! In der Bibel heißt es sogar, dass Gott die Haare auf jedem Kopf gezählt hat- so gut kennt er uns.

Aber stimmt das auch?

In unserer Gemeinde haben Menschen in den letzten Tagen ganz persönliche Erfahrungen mit Gott gemacht. In Gottesdiensten konnte man ein Bibelwort wie ein Los ziehen. Und viele haben gemerkt, dass dieses ausgeloste und gezogene Bibelwort gerade für sie passt und für sie gilt. Es hat eine besondere Bedeutung- gerade für sie.

Andere haben sich segnen lassen, ganz persönlich, individuell, mit Worten die nur für sie gepasst haben. Das war und ist ein ganz persönlicher Zuspruch von Gott. Das ist möglich, weil Gott jeden einzelnen wirklich kennt.

Wer das selber einmal erleben möchte: in unserer Gemeinde liegen noch Bibelworte bereit und gerne kann ich (Pfarrer Otterbach) jeden segnen, ganz persönlich, der es möchte. Sprechen Sie mich doch einfach einmal an!

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Andacht_1218

Es gibt Warten und Warten

30.11.2018

Dazwischen kann ein riesiger Unterschied sein.
Auf einem zugigen Bahnsteig auf einen überfüllten Zug zu warten, der einen vielleicht zu einem stressigen Arbeitsplatz bringt – das ist die eine Form zu warten.

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Auf demselben Bahnsteig zu stehen, vielleicht in einem warmen Sommerabend, um einen lieben Menschen abzuholen, den man lange nicht gesehen hat – das ist die andere Form des Warten.
Jetzt, in der Adventszeit, warten auch viele Menschen. Auf Weihnachten, auf Geschenke, auf die vielleicht freie Zeit über die Feiertage, zwischen den Jahren bis ins neue Jahr hinein, auf Besuch, auf Weihnachtsmärkte, auf Lichter und Gemütlichkeit.
Ob das ein gutes oder ein schlechtes Warten wird, liegt wohl daran, was am Ende der Wartezeit ist. Und ob wir froh oder eher angstvoll warten.

Wer in der Adventszeit nicht nur auf die Feiertage wartet, oder auf Geschenke, sondern auf Gott wartet und etwas von ihm erwartet, der kann sich freuen. Denn er wird umgekehrt auch von Gott erwartet. Advent bedeutet „ankommen“. Es ist eine gute Zeit, an Gott zu denken, auf ihn zu warten und letztlich bei ihm anzukommen. Denn am Ende steht ja Weihnachten, das Fest das uns zeigt: Gott selbst ist in Jesus bei uns angekommen. Damals in unsere Welt, heute immer wieder in unseren Herzen.

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